name: Title slide class: middle, left <br><br><br><br><br><br><br> # Wissenschaftliches Arbeiten und Forschungsmethoden ### Einheit 2: Literaturrecherche, Referenzen und Bewertung von Untersuchungsideen ##### 19.10.2023 | Dr. Caroline Zygar-Hoffmann --- class: top, left name: content ### Heutige Themen .pull-left[ #### [Entwicklung einer Fragestellung](#fragestellung) #### Literaturrecherche * [Gründe und erste Schritte](#lit-start) * [Literaturarten und Umgang mit ihnen](#litarten) * [Recherchesysteme und -methoden](#systeme) * [Lesetechniken](#lesen) #### Bewertung von Untersuchungsideen * [Wissenschaftliche Kriterien](#wissKrit) * [Ethische Kriterien](#ethischeKrit) ] .pull-right[ #### Quellen & Referenzen * [Funktion und Zitationssysteme](#zit-start) * [Indrekte vs. direkte Zitate](#zitate) * [Mehrere Quellen](#mehrere-quellen) * [Literaturverzeichnis](#lit-verzeichnis) #### [Take-Aways](#take-away) #### [Praxis](#praxis) ] --- class: top, left ### Literaturempfehlung für die heutige Sitzung .center[ <div class="figure" style="text-align: center"> <img src="data:image/png;base64,#bilder/doering.png" alt="Kapitel 1.2, 5 und 6 in Döring, N. & Bortz, J. (2016). Forschungsmethoden und Evaluation in den Sozial- und Humanwissenschaften. Pearson." width="30%" /> <p class="caption">Kapitel 1.2, 5 und 6 in Döring, N. & Bortz, J. (2016). Forschungsmethoden und Evaluation in den Sozial- und Humanwissenschaften. Pearson.</p> </div> ] --- class: top, left name: fragestellung <div class="footer"><span>Kapitel 5.1 in Döring, N. & Bortz, J. (2016). Forschungsmethoden und Evaluation in den Sozial- und Humanwissenschaften. Pearson. </span></div> ### Entwicklung einer Fragestellung #### Recap von letzter Sitzung Ihre Aufgabe war folgende Frage zu beantworten: *Mit welchem psychologischen Themenbereich möchten wir uns als Kleingruppe in dieser Vorlesung beschäftigen?* **Und nun?** .center[ "*Nach der Wahl des Themas ist es zwingend notwendig, das zu untersuchende Forschungsproblem zu formulieren bzw. – im Deutschen ist diese Bezeichnung geläufiger – die* ***zentrale Fragestellung der Studie*** *zuzuspitzen.* *Dies sollte üblicherweise* ***theorie- und empiriegeleitet*** *geschehen, d. h., auf der Basis vorliegender Theorien und empirischer Befunde.* *Doch auch erste Methodenentscheidungen tragen zur Transformation eines allgemeinen Forschungsthemas (z.B. "Computerspiele") in ein untersuchbares Forschungsproblem bei.*" (Döring & Bortz, 2016) ] --- class: top, left name: forschungsprozess-prereg ### Entwicklung einer Fragestellung #### Fragestellung im Forschungsprozess <img src="data:image/png;base64,#bilder/Forschungsprozess_Prereg.png" width="70%" style="display: block; margin: auto;" /> --- class: top, left <div class="footer"><span>Kapitel 5.1 in Döring, N. & Bortz, J. (2016). Forschungsmethoden und Evaluation in den Sozial- und Humanwissenschaften. Pearson. </span></div> ### Entwicklung einer Fragestellung #### Wichtige Aspekte * **Inhaltliche Eingrenzung des Gegenstands**: Welche Aspekte des Themas sollen untersucht werden (Eingrenzung von Zielgruppen, Zeiträumen, Effekten etc.)? * **Bezug zum empirischen Forschungsstand**: Blick auf frühere Studien und vorliegende oder fehlende Befunde zu Einzelaspekten `\(\rightarrow\)` empirische Forschungslücke * **Wahl der Theorie(n)**: Welches sind die zentralen Theorien des eigenen Faches (und ggf. auch von Nachbardisziplinen), die auf das Thema anwendbar sind? `\(\rightarrow\)` Berücksichtigung oder Vernachlässigung bestimmter Teilaspekte des Themas * **Wahl der Methode(n)**: Mit welchem Untersuchungsdesign und mit welchen Datenerhebungs- und Datenauswertungsmethoden soll das Thema untersucht werden? **Vorsicht: Forschungsfrage nicht zu allgemein formulieren!** --- class: top, left <div class="footer"><span>Kapitel 5.1 in Döring, N. & Bortz, J. (2016). Forschungsmethoden und Evaluation in den Sozial- und Humanwissenschaften. Pearson. </span></div> ### Entwicklung einer Fragestellung #### Beispiel (hier "Forschungsproblem" statt "Fragestellung"): <img src="data:image/png;base64,#bilder/forschungsfrage.png" width="2063" style="display: block; margin: auto;" /> --- class: top, left name: lit-start ### Literaturrecherche #### Warum Literaturrecherche? * Suche und Entwicklung eines geeigneten Themas und einer geeigneten Fragestellung (siehe Vorlesung 1) * Erste Orientierung über aktuellen Forschungsstand * Theoretische Einbettung der Fragestellung (also: Wie kommt diese Fragestellung zustande, z.B. welche Konstrukte hängen theoretisch wie zusammen? Warum ist sie relevant?) * **Im Bericht**: Jede Behauptung muss mit einer entsprechenden Quelle belegt werden. * Wichtig: Verschiedene Quellen und damit verschiedene Ansichten einbeziehen. * Grober Richtwerk: Pro Absatz mindestens eine Quelle (je nachdem was Sie schreiben, kann das aber auch zu wenig sein) * Formulierung konkreter Hypothesen anhand der Recherche (siehe Vorlesung 3) * **Im Bericht**: Diskussion der Befunde (Stimmen meine Befunde mit der Theorie/ vorherige Befunde überein? Gab es Ergebnisse, mit denen ich nicht gerechnet habe? Warum könnte das so sein?) --- class: top, left <div class="footer"><span>Kapitel 1.2 und 16 in Döring, N. & Bortz, J. (2016). Forschungsmethoden und Evaluation in den Sozial- und Humanwissenschaften. Pearson. </span></div> ### Literaturrecherche #### Informationssuche planen **Wie/wo fange ich an?** * Literaturhinweise des Dozenten/ des Betreuers * Fachbücher und Paper/ Artikel/ Aufsätze (z.B. Review, Meta-Analysen), die viele Informationen bzw. Ergebnisse zu Ihrem Thema zusammenfassen (Stand der Forschung erarbeiten) * **Review**: fasst den aktuellen Forschungsstand in einem Gebiet zusammen, indem die einschlägige Literatur recherchiert, strukturiert vorstellt und bewertet wird * **Meta-Analyse**: aggregiert Ergebnisse mehrerer früherer quantitativer Studien statistisch zu einem Gesamteffekt --- class: top, left name: lit-arten ### Literaturrecherche #### Literaturarten und Umgang mit ihnen **Warum muss ich Literaturarten unterscheiden können?** * Bestimmte Literaturarten finden man an bestimmten Stellen * Nicht jede Art von Literatur ist es „würdig“ in Ihrer Arbeit aufgenommen zu werden * Zudem wird manche Literaturgattung „lieber“ in Arbeiten gesehen als andere **Gestaltungsmerkmale von wissenschaftlichen Texten** * **Nachvollziehbarkeit:** die Vorgangsweise ist detailliert dokumentiert (Wiederholbarkeit, damit eine Überprüfung möglich ist) * Es wird auf der Grundlage von **Fakten/empirischen Daten** argumentiert * Für Theorien und Fakten sind deren (wissenschaftliche) **Quellen** angegeben: Quellenhinweise im Text und Literaturverzeichnis * Verwendung von Fachbegriffen, **wissenschaftssprachliche Formulierung** und „unpersönlicher“ Schreibstil --- class: top, left <div class="footer"><span>Kapitel 1.2 in Döring, N. & Bortz, J. (2016). Forschungsmethoden und Evaluation in den Sozial- und Humanwissenschaften. Pearson. </span></div> ### Literaturrecherche #### Literaturarten und Umgang mit ihnen **Zitierwürdigkeit (aus wissenschaftlicher Sicht, d.h. zum Belegen von Aussagen)** .pull-left[ **Zitierwürdig:** * **Primärliteratur**: begutachtete (*peer-reviewed*) Artikel in Fachzeitschriften (Journals; gedruckt oder digital) * Wissenschaftliche Fachbücher - Monographien: Ein Autor schreibt zu einem Thema - Herausgeberwerker: Mehrere Autoren schreiben zu einem übergreifendem Thema - Fachlexika ] .pull-right[ **Bedingt zitierwürdig:** graue Literatur (Dissertationen, Diplomarbeiten, Firmenschriften) **Nicht zitierwürdig:** * Praktikerbücher * Allgemeine Lexika (Brockhaus) * Skripte * Artikel in Boulevardzeitungen / nicht peer-reviewte Zeitschriften (auch falls zu wissenschaftlichen Themen, z.B. Psychologie Heute) * Allgemeine Internetseiten ] --- class: top, left ### Literaturrecherche #### Literaturarten und Umgang mit ihnen Wenn Sie eine sehr gute Hausarbeit anstreben, Empfehlung folgende Quellen möglichst nicht zu zitieren: * Hausarbeiten, Studienarbeiten (evtl. Diplomarbeiten) * Schulbücher (Abiwissen, etc.) * ausschließlich Internetquellen (sparsam dosieren) * „Abendblatt“ o.ä. (nur in Ausnahmefällen, z.B. mal um die gesellschaftliche Relevanz eines Themas aufzuzeigen) * Wiki-Quellen (für einen Überblick völlig in Ordnung, aber bitte Primärquellen nachgehen) * PowerPoint-Präsentationen * Vorlesungsskripte (weder CFH, noch andere Unis) Bitte beachten Sie unbedingt auch das Alter der Quellen! --- class: top, left name: systeme ### Literaturrecherche #### Recherchesysteme Wissenschaftliche Suchmaschinen: * sind speziell für den Bedarf in der Wissenschaft gedacht * finden speziell Dokumente... * ...die wissenschaftlich aufgebaut sind * ...die bibliographische Angaben enthalten .pull-left[ **Vorteile:** * Suche nach brauchbaren Dokumenten für die Fachkommunikation wird vereinfacht * Suche wird schneller und einfacher und relevante Dokumente werden mit größerer Wahrscheinlichkeit aufgefunden ] .pull-right[ **Nachteile:** * Wissenschaftlichkeit wird nur an formalen Dokumenten und Erscheinungsort festgemacht, keine intellektuelle Überprüfung und manche wiss. Literatur wird nicht als solche erkannt * Aktualität und Vollständigkeit nicht gegeben, wie bei anderen Recherchesystemen ] Nutzen Sie Fachdatenbanken/wissenschaftliche Suchmaschinen zum Auffinden von geeigneten Artikeln/ Aufsätze! (siehe [nützliche Links](#links)) --- class: top, left ### Literaturrecherche #### Recherchesysteme **OPAC = „Online Public Access Catalogue“** * Bestandskatalog in Form einer Datenbank mit - im Idealfall allen - in der Bibliothek verfügbaren Medien * Kann online durchsucht werden * In OPACs von Bibliotheksverbünden findet man Medien aus allen teilnehmenden Bibliotheken `\(\rightarrow\)` Damit Sie außerhalb des HS-Netzes Zugriff auf die Volltexte lizenzierter Produkte haben, [müssen Sie in Ihrem Browser einen Proxy aktivieren](https://ilias.hs-fresenius.de/goto_HSF_cat_2399812.html). [**Link zum OPAC für Fresenius**](https://library.hs-fresenius.de/discovery/search?vid=49FHF_INST:49FHF&lang=de) --- class: top, left ### Literaturrecherche #### Recherchesysteme **Google Scholar**: https://scholar.google.de/ .center[ <img src="data:image/png;base64,#bilder/scholar.png" width="40%" style="display: block; margin: auto;" /> ] [**Sci-Hub**](https://sci-hub.hkvisa.net/): https://de.wikipedia.org/wiki/Sci-Hub [**Anna's Archive**](https://annas-archive.org): https://annas-archive.org --- class: top, left name: links ### Literaturrecherche #### Nützliche Links zur Literaturrecherche <small> [**DBIS -Datenbankinfosystem **](https://dbis.ur.de/dbinfo/fachliste.php?bib_id=eff&colors=7&ocolors=40&lett=l) Sammlung von frei zugänglichen und lizenzpflichtigen Fachdatenbanken nach Fachgebieten [**EZB - Elektronische Zeitschriftenbibliothek**](http://ezb.ur.de/ezeit/index.phtml?bibid=EFF&colors=7&lang=de) Umfangreichste Sammlung elektronischer Zeitschriften aller Fachgebiete in Deutschland (als Volltext verfügbar!) [**Bielefeld Academic Search Engine (BASE)**](https://www.base-search.net) BASE ist eine der weltweit größten Suchmaschinen für wissenschaftliche Open-Access-Dokumente. [**Hogrefe eContent **](https://econtent.hogrefe.com) Volltextdatenbank der Hogrefe-Verlagsgruppe mit Zeitschriften aus den Bereichen Psychologie, Psychiatrie, Medizin und Pflege [**PsycARTICLES**](https://www.apa.org/pubs/databases/psycarticles) Zeitschriften-Volltextdatenbank der American Psychological Association (APA) mit Beiträgen aus allen Gebieten der Psychologie [**PubMed**](https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov) Bibliografische Datenbank zur Medizin und angrenzender Wissenschaften [**SpringerLink**](https://link.springer.com) Online-Bibliothek der Springer-Verlagsgruppe [**Thieme eJournals **](https://www.thieme-connect.de/products/all/home.html) Stellt Inhalte von rund 130 medizinischen und wissenschaftlichen Fachzeitschriften zur Verfügung [**Wiley Online Library **](https://onlinelibrary.wiley.com) Fächerübergreifendes Verlagsportal, das eine Vielzahl von Primärquellen unter einer Oberfläche anbietet. [**Bayerische Staatsbibliothek**](www.bsb-muenchen.de) </small> --- class: top, left ### Literaturrecherche #### Recherchemethoden * **Wissenschaftssprache ist Englisch!** `\(\rightarrow\)` Suchen Sie nach englischen Schlagwörtern * "Boolean Operators": schlau suchen = bessere Ergebnisse - Anführungzeichen "SUCHE", z.B. "effects of computer games": Worte werden nur gruppiert gesucht, in der angegeben Reihenfolge - AND oder +, z.B games AND well-being: Jeder Suchbegriff soll vorkommen, nur die Suchergebnisse werden angezeigt, die beide Worte beinhalten. - NOT oder -, z.B. games NOT depression: Der erste Begriff wird gesucht und alles andere ausgeschlossen. - OR, z.B. games OR computer OR media: Sucht nach allen Begriffen gleichzeitig * Suchmaschinen wie Google suchen oft nach genauer Zeichenfolge - Singular/Plural, Wortzusammensetzungen, synonyme, ähnliche Begriffe berücksichtigen - Trunkieren + ?: Platzhalter für genau ein Zeichen + \*: Platzhalter für beliebig viele Zeichen --- class: top, left ### Literaturrecherche #### Recherchemethoden ##### Systematische Recherche * Konkrete Recherche mittels Suchmaschinen, Fachdatenbanken, Portalen etc. .center[ <img src="data:image/png;base64,#bilder/systematische.png" width="600px" /> ] --- class: top, left ### Literaturrecherche #### Recherchemethoden ##### Schneeballprinzip * man beginnt mit einer zuverlässigen Quelle * im Literaturverzeichnis: Weitere Veröffentlichungen zu diesem Thema * in jeder dieser Veröffentlichungen finden sich weitere Quellen .center[ <img src="data:image/png;base64,#bilder/schneeball.png" width="550px" /> ] --- class: top, left ### Literaturrecherche #### Recherchemethoden ##### Systematische Recherche vs. Schneeballprinzip .pull-left[ **Systematische Recherche** * Lohnt sich für Einblick ohne besonderes Vorwissen (wenige bzw. keine weiteren Literaturhinweise) * Sehr umfassende Literaturrecherche * Wenn es wirklich umfassend gemacht wird bedarf es einem hohem Zeitaufwands * Zu allgemeine Suchanfrage sehr große Treffermenge * Bedarf einiges an Übung um gezielt zu Recherchieren ] .pull-right[ **Schneeballprinzip** * Bietet sich an, wenn Sie bereits einen guten Ausgangspunkt für Ihr Thema haben * Besonders gut für die Recherche nach Grundlagenliteratur oder nach sehr aktueller Literatur bei sehr konkretem Thema geeignet * Hohe Recherchegeschwindigkeit * Vorsicht: möglicherweise einseitige Betrachtung eines Themas * Unvollständige Suche ] `\(\rightarrow\)` Kombination beider Methoden! --- class: top, left ### Literaturrecherche #### Literaturverwaltung .pull-left[ * Viele verschiedene Softwarelösungen, probieren Sie aus was Sie effektiv unterstützt! * Ein mächtiges Tool ist Zotero: https://www.zotero.org/ * Auch für Zusammenarbeit in Gruppen nützlich (geteilte Literaturordner) * Vergleiche: - https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-762961 - https://mediatum.ub.tum.de/doc/1316333/1316333.pdf ] .pull-right[ <img src="data:image/png;base64,#bilder/zotero.png" width="1807" style="display: block; margin: auto;" /> ] --- class: top, left ### Literaturrecherche #### Bewertungsschema .center[ <img src="data:image/png;base64,#bilder/bewertung_literatur.png" width="1971" /> <img src="data:image/png;base64,#bilder/bewertung_forschungsfrage.png" width="1973" /> ] --- class: top, left ### Literaturrecherche #### Präregistrierung .center[ <img src="data:image/png;base64,#bilder/prereg_template_forschungsfrage.png" width="60%" /> ] --- class: top, left name: lesen ### Literaturrecherche #### Lesetechniken .center[ "*Die guten Leutchen wissen nicht, was es einen für Zeit und Mühe kostet, um Lesen zu lernen. Ich habe achtzig Jahre dazu gebraucht und kann jetzt noch nicht sagen, dass ich am Ziele wäre!*" (Johann Wolfgang Goethe) ] .pull-left[ **3 Schritte**: * Vorbereitung * Das eigentliche Lesen * Gelesenes festhalten ] .pull-right[ <img src="data:image/png;base64,#bilder/goethe.jpg" width="50%" style="display: block; margin: auto;" /> ] --- class: top, left ### Literaturrecherche #### Lesetechniken ##### Vorbereitung **1. Leseziel bestimmen** * Was will ich durch das Lesen der Information erreichen? * Neue Ideen * Prüfungsvorbereitung * Referat * Forschung * Muss ich den ganzen Text lesen? * Nur einen bestimmten Abschnitt und welchen? * Nur wichtige Details? `\(\rightarrow\)` Davon hängt die Art des Lesens ab und wie Sie das Gelesene festhalten! --- class: top, left ### Literaturrecherche #### Lesetechniken ##### Vorbereitung **2. Überblick verschaffen** * Auskunft über den Verfasser * Publikationsart * Erscheinungsjahr * Vorwort, Abstract * Einführung * Anhang, Diskussion --- class: top, left ### Literaturrecherche #### Lesetechniken ##### Vorbereitung **3. Fragen an sich selbst stellen** * Weiß ich etwas über den Stoff? * Was weiß ich noch nicht? * In welchem Zusammenhang habe ich schon davon gehört? * Welche Definitionen, Begriffe, Fachausdrücke werden herangezogen? * Welche Relevanz hat das Thema für mich? --- class: top, left ### Literaturrecherche #### Lesetechniken ##### Vorbereitung **4. Planen** .pull-left[ * **Abschätzen des Arbeitsaufwands** * Wie viel Zeit habe ich? * Schwierigkeit des Texts? * Wie viel Zeit werde ich benötigen? * Zeitplan erstellen, inklusive Pausen und Wiederholungen ] .pull-right[ * **Abschätzen möglicher Schwierigkeiten bei der Textverarbeitung** * Hindernisse (Lärm, Zeitmangel, Konzentrationsschwierigkeiten, etc.) * Besondere Schwierigkeiten des Textes (Fremdsprache, Fachsprache…) * Geeigneten Rahmen schaffen ] * **Lernaktivitäten** * Anzahl der Lesedurchgänge festlegen * Lesepausen * Wiederholung * Verständnis prüfen --- class: top, left ### Literaturrecherche #### Lesetechniken ##### Das eigentliche Lesen * **Kursorisches Lesen**: * Überfliegen des Textes zu Überblick und Orientierung * z.B. Ist der Text für mich verständlich geschrieben? * Ist er für mich interessant und verwendbar? * **Selektives Lesen**: * Konzentration auf interessante Aspekte * Fragen vor dem Lesen: Was weiß ich schon? Was suche ich genau? * Fragen während des Lesens: Wovon handelt der Text? Entspricht er den Suchkriterien? Was sagt der Text über das Gesuchte aus? Welche Absicht verfolgt der Text? * **Studierendes Lesen**: * systematische und vertiefte Analyse * PQ4R-Methode: **P**review, **Q**uestion, **R**ead, **R**eflect, **R**ecite, **R**eview --- class: top, left ### Literaturrecherche #### Lesetechniken ##### Das eigentliche Lesen **PQR4** **P**review * Überfliegen aller Kapitel, um das allgemeine Thema zu begreifen. * Identifizieren der Abschnitte, die als Einheit zu lesen sind. * Überschriften für die einzelnen Abschnitte finden. **Q**uestion * Formulieren von Fragen zu den Abschnitten. * Oftmals genügt eine Umformulierung der Abschnittsüberschriften, um eine angemessene Frage zu stellen. **R**ead * Sorgfältiges Lesen des Abschnitts, indem man versucht, die Fragen zu beantworten, die man dazu gestellt hat. * *Wichtige* Textpassagen markieren und Schlüsselbegriffe festhalten. --- class: top, left ### Literaturrecherche #### Lesetechniken ##### Das eigentliche Lesen **PQR4** .pull-left[ **R**eflect (während des Lesens) * Aktiv darüber nachdenken * Versuchen, Information zu verinnerlichen * Beispiele finden * Text in Bezug zum eigenen Vorwissen setzen ] .pull-right[ **R**ecite * Nachdem man einen Abschnitt fertig bearbeitet hat, versucht man sich an die darin enthaltenen Informationen zu erinnern. * Man versucht, die Fragen zu beantworten, die man zu diesem Abschnitt formuliert hat. ] **R**eview * Nachdem man den ganzen Text durchgearbeitet hat, geht man ihn nochmals in Gedanken durch und ruft sich die wichtigsten Punkte ins Gedächtnis. * Man versucht, die Fragen zu beantworten, die man gestellt hat. --- class: top, left <div class="footer"><span>Rayner, K., Schotter, E. R., Masson, M. E., Potter, M. C., & Treiman, R. (2016). So much to read, so little time: How do we read, and can speed reading help? Psychological Science in the Public Interest, 17(1), 4-34.</span></div> ### Literaturrecherche #### Lesetechniken ##### Das eigentliche Lesen .center[ <img src="data:image/png;base64,#bilder/rayner2016.PNG" width="60%" style="display: block; margin: auto;" /> ] --- class: top, left <div class="footer"><span>http://www.quickmeme.com/meme/3t52vi</span></div> ### Literaturrecherche #### Lesetechniken ##### Umgang mit dem Text .pull-left[ **Zusammenfassung** * Aktive Form der Textaneignung * Man ist gezwungen „eng“ am Text zu arbeiten * Komprimierter Wissensspeicher, auf den man zurückgreifen kann **Unterstreichen** * Wichtige Stichwörter und Textstellen * Wenig zeitaufwendig, überall durchführbar * Erst beim zweiten Durchgang unterstreichen * Verschiedene Farben für Definitionen, Beispiele usw. * Immer dasselbe Markierungssystem verwenden ] .pull-right[ <img src="data:image/png;base64,#bilder/highlight.jpg" width="260" style="display: block; margin: auto;" /> ] --- class: top, left ### Literaturrecherche #### Lesetechniken ##### Umgang mit dem Text .pull-left[ **Randbemerkungen und Markierungssymbole** * Inhalt des Textes wird mit eigenem Wissen verbunden. Der Leser fügt dem Text etwas hinzu, was nicht explizit drin steht. * Elaboration fördert das Behalten von aufgenommenen Informationen * Systematische Vorgehensweise * Immer das gleiche System verwenden! ] .pull-right[ <img src="data:image/png;base64,#bilder/symbole.png" width="70%" style="display: block; margin: auto;" /> ] --- class: top, left ### Literaturrecherche #### Lesetechniken ##### Umgang mit dem Text **Exzerpieren** * lat. „excerpere“ = herausnehmen: auszugsweise Wiedergabe des Textes * Dinge auf den Punkt bringen und Wesentliches kurz und knapp zusammenschreiben. * Zu empfehlen: * Karteikarten (oder Literaturverwaltungsprogramme!) * Standortstellen und Signatur der Publikation notieren * Knapp formulieren, jedoch so, dass der gedankliche Zusammenhang später nachvollziehbar ist * Breiter Rand für Zusätze und Kommentare * Bilder/Grafische Darstellungen * Nicht zu empfehlen * Lesenotizen auf lose Blätter schreiben * Zu knapp **Visualisierung (z.B. Mindmaps)** --- class: top, left name: wissKrit <div class="footer"><span>Kapitel 2.2 in Bortz, J. & Döring, N. (2006). Forschungsmethoden und Evaluation in den Sozial- und Humanwissenschaften (4.Auflage). Pearson. </span></div> ### Bewertung von Untersuchungsideen #### Wissenschaftliche Kriterien ##### Präzision der Problemformulierung **Wann sind vorläufige Untersuchungsideen unbrauchbar:** * Forschungsgegenstand **zu allgemein** (z.B. nur Nennung eines Begriffs, wie "Motivation") * Forschungsgegenstand **zu vielschichtig** (diverse Fragestellungen nicht trennbare Fragestellungen ableitbar) * unklare, mehrdeutige oder schlecht definierte **Begriffe/Konstrukte** **Kriterien:** * Begrifflichen Klarheit: Kommunikationsfähigkeit (muss genau an Dritte vermittelt werden können) * Präzision der Ideenformulierung (Prüfbare Hypothesen, Operationalisierbare Konstrukte, Eingrenzbare Kollektive) --- class: top, left <div class="footer"><span>Kapitel 2.2 in Bortz, J. & Döring, N. (2006). Forschungsmethoden und Evaluation in den Sozial- und Humanwissenschaften (4.Auflage). Pearson. </span></div> ### Bewertung von Untersuchungsideen #### Wissenschaftliche Kriterien ##### Empirische Untersuchbarkeit **Wann sind vorläufige Untersuchungsideen unbrauchbar:** * Untersuchungsideen mit religiösen, metaphysischen oder philosophischen Inhalten (zumindest ohne angemessenen qualitativen Forschungsplan) * Themen, die sich mit unklaren Begriffen befassen (z. B. Seele, Gemüt, Charakterstärke) * Unangemessener Arbeitsaufwand (es sei denn explizit geplant oder Zugang organisiert) * z.B. Untersuchung seltener Personen (z.B. Williams-Beuren-Syndrom, Prävalenz 1:20.000) * z.B. Untersuchung seltener Situationen (z.B. Massenveranstaltungen) * z.B. sehr zeitaufwendige Untersuchungen (mehrlährige Längsschnittstudien) --- class: top, left <div class="footer"><span>Kapitel 2.2 in Bortz, J. & Döring, N. (2006). Forschungsmethoden und Evaluation in den Sozial- und Humanwissenschaften (4.Auflage). Pearson. </span></div> ### Bewertung von Untersuchungsideen #### Wissenschaftliche Kriterien ##### Wissenschaftliche Tragweite **Wann sind vorläufige Untersuchungsideen unbrauchbar:** * Untersuchung hat weder praktische Bedeutung noch Wert für die Grundlagenforschung * Verantwortung der Hochschulangehörigen ab, sich mit Themen zu beschäftigen, deren Nutzen zumindest prinzipiell erkennbar ist (Steuerfinazierung) * "überforschte" Themen - reine Bestätigung sicherer Befunde (Reaktionszeiten verändern sich unter Alkohol) **WICHTIG:** Umfassende Informationseinholung --- class: top, left name: ethKrit <div class="footer"><span>Kapitel 2.2 in Bortz, J. & Döring, N. (2006). Forschungsmethoden und Evaluation in den Sozial- und Humanwissenschaften (4.Auflage). Pearson. </span></div> ### Bewertung von Untersuchungsideen #### Ethische Kriterien * ethische Sensibilität voraussetzen * Potentiell abzuwegende Untersuchungsgegenstände (Auswahl) * Gewalt * Aggressivität * Liebe * Leistungsstreben * psychische Störungen * ästhetische Präferenzen * Schmerztoleranz * Angst * Schutz durch das Grundgesetz (Würde des Menschen ist unantastbar) * Berufsethische Verpflichtungen: *Ethische Richtlinien* herausgegeben durch Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) und den Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) --- class: top, left <div class="footer"><span>Kapitel 2.2 in Bortz, J. & Döring, N. (2006). Forschungsmethoden und Evaluation in den Sozial- und Humanwissenschaften (4.Auflage). Pearson. </span></div> ### Bewertung von Untersuchungsideen #### Ethische Kriterien ##### Güterabwägung: Wissenschaftlicher Fortschritt oder Menschenwürde * Generelle ethische Kriterien: Menschenwürde, Schadensfreiheit, Datenschutz, Freiwilligkeit, Informationspflicht * Humanwissenschaftliche Forschung benötigt Daten, deren Sammlung teils schwer mit Menschenwürde vereinbar ist. * Wenn nicht vermeidbar `\(\rightarrow\)` muss anderen Personen (z.B. Patienten) zugute kommen * Prospektive Einschätzung auch für Profis schwer * Eigene Abwägung und Verantwortung + Einschätzung/Bewilligung von Ethikkommissionen --- class: top, left name: zit-start ### Quellen & Referenzen #### Zitieren **Was ist Zitieren?** * Sinngemäße oder wörtliche Wiedergabe von sachlicher Information oder Meinung eines anderen. **Ziele und Funktionen vom Zitieren** * Beweisfunktion (wissenschaftliche Belegung Ihrer Behauptungen) * Abgrenzung von eigenen Gedankengängen, Überlegungen und Annahmen * Gibt Ihren Aussagen mehr Gewicht * Sicherung geistigen Eigentums **Ziele und Funktionen von Quellenangaben** * Eindeutige Identifikation der zitierten Werke gewährt Auffindbarkeit * Lückenlose Auflistung aller verwendeten Quellen * 1:1 Verhältnis zwischen zitierten Quellen und Literaturverzeichnis! --- class: top, left ### Quellen & Referenzen #### Plagiat **Was ist ein Plagiat?** * die bewusste Aneignung fremden Geistesgutes ohne dies kenntlich zu machen **Arten von Plagiaten** * Übernehmen von Informationen ohne Nennung der Quelle * Ein direktes Zitat wird (leicht verändert) als indirektes ausgegeben * Verschleierungstaktiken (z.B. Paraphrasieren ohne Quellenangabe) * Übersetzung fremdsprachlicher Arbeiten, die als eigene ausgegeben werden Wichtig! Zitate (direkte und indirekte), die in einer Arbeit nicht oder falsch gekennzeichnet werden, gelten als Plagiat! Die Arbeit wird als „nicht bestanden“ (5,0) gewertet! --- class: top, left ### Quellen & Referenzen #### Zitationssysteme In unserem Studium ist die in der Psychologie übliche Zitierweise der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) und der American Psychological Association (APA) verpflichtend: .center[ <img src="data:image/png;base64,#bilder/apa7.jpg" width="20%" /> ] [**Link zum vollständigen APA-Style guide**](https://apastyle.apa.org) [**Link zum kostenfreien Nachlesen vom APA-Style guide der Purdue University**](https://owl.purdue.edu/owl/research_and_citation/apa_style/apa_formatting_and_style_guide/in_text_citations_author_authors.html) --- class: top, left ### Quellen & Referenzen #### Zitationssysteme * Gekürzte Quellenangaben im Haupttext: * „Direkte Zitate“: Autorenname(n), Erscheinungsjahr, Seitenangabe * Indirekte Zitate: Autorenname(n), Erscheinungsjahr * Zitationen können, müssen aber nicht im Fließtext eingebettet werden: * Im Fließtext: - 2 Autoren: Wie Müller und Huber (2000) zeigen ... - Mehr als 2 Autoren: Wie Müller et al. (2000) zeigen ... * Nicht im Fließtext: - 2 Autoren: Folgendes konnte gezeigt werden ... (Müller & Huber, 2000). - Mehr als 2 Autoren: Folgendes konnte gezeigt werden ... (Müller et al., 2000). * Ausnahme zur "et al."-Regel: Führt dies zu Mehrdeutigkeit (z.B. zwei Quellen mit dem-/derselben ErstautorIn aus demselben Jahr), werden so viele Namen aufgelistet, wie zur Unterscheidung beider Quellen erforderlich ist. --- class: top, left name: zitate ### Quellen & Referenzen #### Indirekte vs. Direkte Zitate Indirekte Zitate (in Wissenschaft mit Abstand am häufigsten verwendet) * Gedankengänge anderer Autoren werden sinngemäß übernommen * Werden regelmäßig eingesetzt * Stehen ohne Anführungszeichen * Inhalte bleiben trotz Umformulierung identisch * Quellenbeleg: Autor und Erscheinungsjahr --- class: top, left ### Quellen & Referenzen #### Indirekte vs. Direkte Zitate Indirekte Zitate – Beispiel: Im Alltag müssen wir oft überprüfen, ob beispielsweise ein bestimmtes Objekt einer bestimmten Gruppe zugeordnet werden kann **(Daschmann, 2001)**. Um dieses Urteil fällen zu können, vergleichen wir das Objekt mit dem Prototyp einer Kategorie, mit welchem es die meiste Ähnlichkeit aufweist. Andere validere Informationen werden dabei vernachlässigt **(Werth & Mayer, 2008)**. Dadurch kann es zu Fehlurteilen kommen. Hierzu gehören, dass die summarische Realitätsbeschreibung ignoriert wird, Stichprobengrößen nicht zur Kenntnis genommen und Zufallsverteilungen falsch eingeschätzt werden **(Daschmann, 2001)**. **Kahneman und Tversky (1973)** konnten diese Phänomene nachweisen. --- class: top, left ### Quellen & Referenzen #### Indirekte vs. Direkte Zitate Direkte Zitate * Wortwörtliche Übernahme * Sparsame Verwendung (sonst ist es nur abschreiben) * Stehen (meist) in Anführungszeichen * Quellenbeleg: Autor, Erscheinungsjahr und Seitenzahl der übernommen Stelle --- class: top, left ### Quellen & Referenzen #### Indirekte vs. Direkte Zitate Direkte Zitate - Beispiel * Ein Satz „Ein Experiment beginnt – wie andere wissenschaftliche Untersuchungen auch – im Allgemeinen mit einer Fragestellung“ **(Beck, 2009, S. 81)**. * Einleitung durch einen Doppelpunkt **Beck (2009)** meint dazu: „Ein Experiment beginnt – wie andere wissenschaftliche Untersuchungen auch – im allgemeinen mit einer Fragestellung“ **(S. 81)**. * Syntaktische Verschmelzung mit einem Satz Bezüglich eines Experiments stellt **Beck (2009)** fest, dass es „(...) im allgemeinen mit einer Fragestellung [beginnt]“ **(S. 81)**. * Auf englisch "p." (für *page*) statt "S." --- class: top, left name: mehrere-quellen ### Quellen & Referenzen #### Mehrere Quellen für die selbe Aussage Mehrere Quellen werden durch Strichpunkt getrennt (für jede Quelle muss ein Eintrag im Literaturverzeichnis vorhanden sein!) * Z.B. wenn man zum Ausdruck bringen möchte, dass ein Befund gut belegt ist: Conscientiousness was also found to be inversely associated with impulsiveness **(Mowen, 2000; Rocas, Sagiv, Schwartz, & Knafo, 2002)** #### Mehrere Quellen des selben Autors Hat ein Autor mehrere Quellen in einem Jahr veröffentlicht, unterscheidet man die Quellen durch den Zusatz von „a“, „b“, ...bei der Jahresangabe **(Müller, 2000a, S. 5.; Müller, 2000b, S. 25)**. -> Gilt bei direkten und indirekten Zitaten * Die Reihenfolge der Nummerierung richten sich alphabetisch nach dem Titel der Quelle. --- class: top, left name: mehrere-quellen ### Quellen & Referenzen #### Autoren mit dem gleichen Familiennamen Der Anfangsbuchstabe des Vornamen wird vorangestellt: z.B. In einigen Studien (J. Müller, 2010; K. Müller, 2009) ... #### Weitere Besonderheiten (z.B. sehr lange direkte Zitate) Im Zweifelsfall im APA-Manual nachschauen! --- class: top, left name: lit-verzeichnis ### Quellen & Referenzen #### Literaturverzeichnis Das Literaturverzeichnis.... * Folgt in der Regel unmittelbar auf den Textteil einer Arbeit * Alle im Fließtext verwendeten Quellen müssen hier lückenlos dokumentiert werden (und auch nur diese!) * Reihenfolge: Alphabetisch nach Nachname des (Erst-) Autors, dann nach Jahreszahl (frühere Artikel desselben Autors vor späteren Artikeln, aber "nothing precedes something", d.h. Artikel mit weniger Co-Autoren vor Artikeln mit mehr Co-Autoren) * Arten von Quellen werden im Literaturverzeichnis *nicht* anhand unterschiedlicher Abschnitte differenziert (also nicht alle Journalartikel aufführen, dann alle Internetquellen, dann alle Fachbücher) * Akademische Grade und berufliche Titel der Autoren werden nicht angegeben * Angabe der Auflage: Erst ab 2. Auflage in runden Klammern hinter dem Titel (nicht kursiv) * "hängend" formatieren (Einrückung in der zweiten Zeile) --- class: top, left ### Quellen & Referenzen #### Literaturverzeichnis Allgemeine Inhalte der Quellenangabe im Literaturverzeichnis * Vorname (Initiale) und Zuname des Autors / der Autoren (i.d.R. werden hier alle angegeben, außer es sind mehr als 20) * Erscheinungsjahr * Titel der Quelle * Ggf. Auflage (erst ab der 2. Auflage) * Angaben zur eindeutigen Identifikation der Quelle je nach Art der Quelle (Zeitschriftenname / URL / ...) `\(\rightarrow\)` Hier unterscheiden sich die Angaben je nach Literaturgattung (also Paper, Monographien, Sammelbänder, etc.) --- class: top, left ### Quellen & Referenzen #### Literaturverzeichnis .center[ <img src="data:image/png;base64,#bilder/lit1.png" width="800px" /> ] --- class: top, left ### Quellen & Referenzen #### Literaturverzeichnis .center[ <img src="data:image/png;base64,#bilder/lit2.png" width="900px" /> ] --- class: top, left ### Quellen & Referenzen #### Literaturverzeichnis .center[ <img src="data:image/png;base64,#bilder/lit3.png" width="900px" /> ] --- class: top, left ### Quellen & Referenzen #### Literaturverzeichnis .center[ <img src="data:image/png;base64,#bilder/lit4.png" width="800px" /> ] --- class: top, left ### Quellen & Referenzen #### Bewertungsschema .center[ <img src="data:image/png;base64,#bilder/bewertung_zitate.png" width="1993" /> ] --- class: top, left name: take-away ### Take-Aways .full-width[.content-box-gray[ * Die Entwicklung einer Forschungsfrage ist ein wichtiger Schritt im Forschungsprozess * wissenschaftlich relevante Literatur ist in der Regel *peer-reviewed* * Gute Untersuchungsideen müssen **präzise** Problemformulierungen vorweisen * Gute Untersuchungsideen müssen **empirisch untersuchbar** sein * Gute Untersuchungsideen müssen **wissenschaftliche Tragweite** haben * **Ethische Kriterien** (Menschenwürde, Schadensfreiheit, Datenschutz, Freiwilligkeit, Informationspflicht) müssen bei Forschungsideen mitgedacht werden. * Konsequentes Zitieren ist essentiell und folgt bestimmten Formatierungsregeln * Alle im Haupttext genannten Quellen müssen im Literaturverzeichnis vorkommen ] ] **[zurück zur heutigen Übersicht der Vorlesung `\(\rightarrow\)`](#content)** --- class: top, left name: praxis ### Praxis: Idee entwickeln & Literaturrecherche **Schritt 1: Führen Sie eine kurze Literaturrecherche durch.** * Gibt es Reviews oder Meta-Analysen zu Ihren Untersuchungsideen? Wenn nicht: Gibt es aktuelle empirische Studien (d.h. von 2020 oder neuer), die dazu passen? * Lesen Sie die Abstracts. * Schreiben Sie sich interessante Methoden und Ergebnisse raus. * Strukturieren/Kommentieren Sie die gefundene Literatur, z.B. in einem Literaturverwaltungsprogramm **Leitfragen bei der Literaturrecherche:** * Welche Antworten gibt es zu diesem Thema bereits? * Welche Fragen sind noch ungeklärt? Und wie kann ich Antworten auf diese Fragen finden? **Schritt 2: Strukturieren Sie Ihre Ideen zu einer Forschungsfrage (kann auch eine Replikation sein).** * Bewerten Sie dafür Ihre Ideen zunächst auch nach wissenschaftlichen und ethischen Kriterien (vgl. dazu auch Kriterien für unserer Praxisprojekt von Folien der letzten Sitzung). * Beginnen Sie damit, das [Präregistrierungstemplate auf studynet](https://studynet.hs-fresenius.de/goto_STUDYNETHSF_file_22808_download.html) (Abschnitt I1 und I2) mit den Inhalten zu füllen, die zu der Auswahl ihrer Forschungsfrage geführt haben. * Mittelfristig: Intensivieren Sie die Literaturrecherche, um die Forschungsfrage zu schärfen (vgl. auch nächste Sitzung) <!-- * Kristallisieren Sie einen konkreten Untersuchungsvorschlag heraus --> <!-- * Was wäre die Fragestellung? --> <!-- * Was wäre Ihre abhängige, was Ihre unabhängige Variable? --> <!-- * Wen würden Sie untersuchen (Ein- und Ausschlusskriterien)? --> <!-- * Mit welchen Mitteln? --> <!-- * In welchem Untersuchungsdesign? --> <!-- library(renderthis) --> <!-- to_pdf("WissArb_02_Litrecherche_Referenzen_Forschungsfrage.Rmd", complex_slides = TRUE) -->